641.111

Staatsbeitragsverordnung

(StBV)

vom 23.03.1994 (Stand 01.01.2017)
Der Regierungsrat des Kantons Bern,

gestützt auf Artikel 30 des Staatsbeitragsgesetzes vom 16. September 1992 (StBG)[1],

auf Antrag der Finanzdirektion, *

beschliesst:
1 Grundsätze für die Rechtsetzung
Art. *
Art. 2
Nachweis
1

In Vorträgen zu Erlassen, nach denen Staatsbeiträge gewährt werden können, ist die Übereinstimmung mit den Grundsätzen für die Rechtsetzung des Staatsbeitragsgesetzes (Artikel 4 bis 6 StBG) nachzuweisen. Abweichungen sind zu begründen. *

2 Bestimmungen für die Gewährung von Staatsbeiträgen
Art. 2a *
Gewährleistung der Lohngleichheit
1

Das Selbstdeklarationsblatt ist mit dem Staatsbeitragsgesuch einzureichen und an die Fachstelle für die Gleichstellung von Frauen und Männern (FGS) weiterzuleiten.

2

Die FGS überprüft die Gewährleistung der Lohngleichheit aufgrund der Selbstdeklaration risikobasiert und stichprobenweise und erlässt hierzu Richtlinien.

3

Das Risiko gilt insbesondere bei folgenden Empfängerinnen und Empfängern von Staatsbeiträgen als gering, weshalb die FGS auf eine stichprobenweise Überprüfung verzichtet: 

a öffentlich-rechtliche Körperschaften und Zusammenschlüsse solcher,
b öffentliche Unternehmen, die ein eidgenössisches, interkantonales oder kantonales Personalrecht anwenden,
c Betriebe, die weniger als 50 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter beschäftigen und
d Betriebe, die einmalige Staatsbeiträge von weniger als 250'000 Franken erhalten.
4

Staatsbeitragsempfängerinnen und -empfänger, die gemäss Absatz 3 nicht unter die stichprobenweise Überprüfung fallen, haben keine Selbstdeklaration zur Gewährleistung der Lohngleichheit einzureichen.

Art. 3
Mitwirkungs- und Auskunftspflicht 1. Entschädigung, Daten- und Informationsschutz *
1

Die Mitwirkungs- und Auskunftspflichten gemäss Artikel 8 des Staatsbeitragsgesetzes sind ohne Entschädigung zu erbringen.

2

Für das Bearbeiten von Personendaten gilt das Datenschutzgesetz.

3

Stehen Informationen bei der mitwirkungs- oder auskunftspflichtigen Person unter dem Schutz des Amts- oder Berufsgeheimnisses oder der beruflichen Schweigepflicht, so darf die zuständige Behörde sich diese Informationen nur soweit offen legen lassen, wie dies zur Handhabung des Staatsbeitragsgesetzes notwendig ist.

Art. 3a *
2. Vergütungsberichte
1

Die Vergütungsberichte gemäss Artikel 8 Absatz 4 StBG sind der jeweils für die Ausrichtung der Staatsbeiträge zuständigen Behörde einzureichen.

2

Folgende Betriebe haben keinen Vergütungsbericht gemäss Artikel 8 Absatz 4 StBG zu erstellen:

a öffentlich-rechtliche Körperschaften und Zusammenschlüsse solcher,
b Betriebe, die weniger als 50 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter beschäftigen.
c Institutionen im Alters- und Behindertenbereich im Sinne der Artikel 67 und 68 des Gesetzes vom 11. Juni 2001 über die öffentliche Sozialhilfe (Sozialhilfegesetz, SHG)[2].
3

Öffentliche Vergütungsberichte müssen nicht eingereicht werden.

4

Das Recht zur Einsicht in nicht öffentliche Vergütungsberichte richtet sich nach der Informationsgesetzgebung.

Art. 4
Öffentliches Beschaffungsrecht *
1

Untersteht die Empfängerinnen und Empfänger von Staatsbeiträgen für das mit dem Beitrag unterstützte Objekt oder die unterstützte Leistung dem öffentlichen Beschaffungsrecht (Art. 2 Abs. 1 des Gesetzes vom 11. Juni 2002 über das öffentliche Beschaffungswesen, [ÖBG][3]), verbindet die zuständige Behörde den Beitrag mit der Auflage, das öffentliche Beschaffungsrecht einzuhalten. *

Art. 5
Betriebsbeiträge
1

… *

2

… *

3

… *

4

Die Gewährung von Betriebsbeiträgen kann von der Führung einer Kostenrechnung abhängig gemacht werden.

3 Prioritätenordnungen
Art. 6
 
1

Die Prioritätenordnungen gemäss Artikel 16 des Staatsbeitragsgesetzes sind nach den Zielsetzungen des besonderen Staatsbeitragsrechts zu erstellen.

2

Sie sind nicht selbständig anfechtbar.

4 Überprüfung des Staatsbeitragsrechts *
Art. *
5 … *
Art. *
Art. *
Art. 10 *
Art. 11 *
Art. 12 *
6 Schlussbestimmungen
Art. 13
Weisungen
1

Der Regierungsrat kann verwaltungsinterne Weisungen betreffend die Abwicklung von Staatsbeitragsgeschäften erlassen.

Art. 14
Inkrafttreten
1

Diese Verordnung tritt am 1. Juni 1994 in Kraft.

Bern, 23. März 1994

Im Namen des Regierungsrates

Der Präsident: Fehr

Der Staatsschreiber: Nuspliger

94-32
  1. [1] BSG 641.1
  2. [2] BSG 860.1
  3. [3] BSG 731.2

Änderungstabelle - nach Beschluss

Beschluss Inkrafttreten Element Änderung BAG-Fundstelle
23.03.1994 01.06.1994 Erlass Erstfassung 94-32
03.11.2004 01.01.2005 Titel 4 geändert 04-98
03.11.2004 01.01.2005 Titel 5 aufgehoben 04-98
03.11.2004 01.01.2005 Art. 8 aufgehoben 04-98
03.11.2004 01.01.2005 Art. 9 aufgehoben 04-98
03.11.2004 01.01.2005 Art. 10 aufgehoben 04-98
03.11.2004 01.01.2005 Art. 11 aufgehoben 04-98
03.11.2004 01.01.2005 Art. 12 aufgehoben 04-98
09.11.2016 01.01.2017 Ingress geändert 16-078
09.11.2016 01.01.2017 Art. 1 aufgehoben 16-078
09.11.2016 01.01.2017 Art. 2 Abs. 1 geändert 16-078
09.11.2016 01.01.2017 Art. 2a eingefügt 16-078
09.11.2016 01.01.2017 Art. 3 Titel geändert 16-078
09.11.2016 01.01.2017 Art. 3a eingefügt 16-078
09.11.2016 01.01.2017 Art. 4 Titel geändert 16-078
09.11.2016 01.01.2017 Art. 4 Abs. 1 geändert 16-078
09.11.2016 01.01.2017 Art. 5 Abs. 1 aufgehoben 16-078
09.11.2016 01.01.2017 Art. 5 Abs. 2 aufgehoben 16-078
09.11.2016 01.01.2017 Art. 5 Abs. 3 aufgehoben 16-078
09.11.2016 01.01.2017 Art. 7 aufgehoben 16-078

Änderungstabelle - nach Artikel

Element Beschluss Inkrafttreten Änderung BAG-Fundstelle
Erlass 23.03.1994 01.06.1994 Erstfassung 94-32
Ingress 09.11.2016 01.01.2017 geändert 16-078
Art. 1 09.11.2016 01.01.2017 aufgehoben 16-078
Art. 2 Abs. 1 09.11.2016 01.01.2017 geändert 16-078
Art. 2a 09.11.2016 01.01.2017 eingefügt 16-078
Art. 3 09.11.2016 01.01.2017 Titel geändert 16-078
Art. 3a 09.11.2016 01.01.2017 eingefügt 16-078
Art. 4 09.11.2016 01.01.2017 Titel geändert 16-078
Art. 4 Abs. 1 09.11.2016 01.01.2017 geändert 16-078
Art. 5 Abs. 1 09.11.2016 01.01.2017 aufgehoben 16-078
Art. 5 Abs. 2 09.11.2016 01.01.2017 aufgehoben 16-078
Art. 5 Abs. 3 09.11.2016 01.01.2017 aufgehoben 16-078
Titel 4 03.11.2004 01.01.2005 geändert 04-98
Art. 7 09.11.2016 01.01.2017 aufgehoben 16-078
Titel 5 03.11.2004 01.01.2005 aufgehoben 04-98
Art. 8 03.11.2004 01.01.2005 aufgehoben 04-98
Art. 9 03.11.2004 01.01.2005 aufgehoben 04-98
Art. 10 03.11.2004 01.01.2005 aufgehoben 04-98
Art. 11 03.11.2004 01.01.2005 aufgehoben 04-98
Art. 12 03.11.2004 01.01.2005 aufgehoben 04-98